1) Einleitung   6) Frühjahr 1700, 3. Tag
  2) Sommer 1699, 1. Tag   7) Frühjahr 1700, 4. Tag
  3) Sommer 1699, 2. Tag   8) Sommer 1700, 1. Tag
  4) Frühjahr 1700, 1. Tag   9) Sommer 1700, 2. Tag
  5) Frühjahr 1700, 2. Tag 10) Ende des Jahres 1700

 

 

Am nächsten Tag stellt sich heraus, dass Madame de Maintenon Faverolles' Beziehung zu Prosperine offensichtlich falsch interpretiert hat. Sie hält ihm Elviras Medaillon unter die Nase und beschuldigt ihn des Betrugs: Ah, Monsieur de Faverolles! Erkennt Ihr dies Medaillon, dass der Schweizer Herr mir gerade gegeben hat ? Nun Gut! Mir fiel gestern Abend Eure Aufmerksamkeit für mein Patenkind Prosperine auf. Dieses Medaillon beweist, dass Ihr sie betrügt! Ich lasse nicht zu, dass Ihr dem Kind das Herz brecht!

 

 

Die Mätresse und heimliche Ehefrau von Ludwig XIV. stellt ihm ein Ultimatum: Ihr habt nur den heutigen Tag, um mich zu überzeugen! Ich muss unwiderlegbare Beweise haben. Ich werde vor zwei Uhr nachmittags nicht zurückkehren. Und fahre genau eine Stunde später, um Seine Majestät in Marlis zu treffen. Ihr werdet Vernholes hier Eure Beweise zeigen.

Faverolles: Madame, Ihr sollt sie haben, oder ich verschwinde vom Hof!

Vergeblich versucht Faverolles die Angelegenheit klarzustellen: Mademoiselle Prosperine ist reizend, aber ich hege keine Gefühle für sie. Dieses Medaillon trägt das Porträt der jungen Dame, die ich liebe, einer Spanierin. Mein größter Wunsch ist es, im Dienst des Königs nach Spanien zu reisen, damit ich sie heiraten kann.

 

Nahezu der gesamte uns vertraute Hofstaat gibt Faverolles nun allzu deutlich zu verstehen, dass er in Ungnade gefallen ist. Die Herzogin von Bourgogne schleudert ihm eine bissige Bemerkung ins Gesicht: Ah, der gute Königsmacher. Oh ja, Madame, wusstet Ihr denn nicht, dass das Testament zugunsten... des Erzherzogs abgefasst ist. Liebe Tante, ich fahre nun in des Königs Karosse nach Marlis.

Auch der Marquis de Dangeau zeigt sich wenig entgegenkommend: Ihr solltet wissen, mein Freund, dass hier Vorsicht die erste Regel ist. Man hat Euch geglaubt, nun ist man Euch böse.

Faverolles wendet sich an verschiedene Personen hier auf der Treppe, wird jedoch immer abgewiesen. Selbst De Forcy erweist sich als sehr unfreundlich: Ich hoffe dies wird Euch lehren, nicht in Affären zu wühlen, die Eure Möglichkeiten übersteigen.

Die gekränkte Prosperine lässt ihn ihre Verachtung deutlich spüren: Oh, Monsieur, wie schlecht habt Ihr mich behandelt. Ihr liebt eine andere, ich will Euch nie wiedersehen.

Der Höfling, der ihm am Abend zuvor seine Freundschaft angeboten hat, will nun nichts mehr davon wissen: Ich bin sicher, dass uns gestern niemand belauscht hat. Was unsere Freundschaft angeht, sprechen wir nicht mehr davon.

Lediglich der Duc d’Arcueil steht unserem jungen Helden weiter zur Seite und gibt ihm schließlich den guten Rat, Castel dos Rios aufzusuchen, um den spanischen Pass zu bekommen, denn dieser könnte als Beweis für Madame de Maintenon ausreichen.

Faverolles: Edler Herzog, ich bin verzweifelt, Madame de Maintenon, Mademoiselle Prosperine...

Duc d’Arceuil: Ich weiß, ich habe alles gehört. Es gibt nur einen Menschen, der Euch helfen kann. Hat Euch der Marquis de Castel dos Rios nicht einen Pass versprochen. Das ist der Beweis, den Ihr braucht. Ich habe gesehen, wie er zu den Gärten ging.

Also folgt Faverolles D'Arceuils Rat und sucht in den Gärten nach Castel dos Rios.

Im Marais-Hain findet Faverolles schließlich den spanischen Botschafter, der sich mit Graf von Sinzendorf, dem österreichischen Botschafter unterhält. Nachdem er von so vielen Leuten abgewiesen worden ist, wagt Faverolles nicht, die Herren zu stören. Er kehrt zurück zum Eingang und trifft auf Dupuis. Dieser bittet ihn, dem spanischen Botschafter einen Plan zu überreichen, den er speziell für ihn nach seinen Wünschen angefertigt hat: Würdet Ihr dem Marquis de Castel dos Rios diesen Plan des Trianon geben. Er bat mich, es ähnlich der Schöpfung Monsieur Le Nôtres entwerfen zu lassen. Er ist ins Gespräch vertieft, ich darf ihn nicht stören und muss aufbrechen.

Vorsichtig nähert sich Faverolles erneut dem spanischen Botschafter und wartet bis das Gespräch beendet ist (Gespräch belauschen). Ihm ist klar, dass ihm der Botschafter den spanischen Pass ohnehin nicht in Gegenwart des Grafen geben wird. Wie immer geht es bei dem Gespräch wieder einmal um die spanische Thronfolge. Castel dos Rios lässt sich vom spanischen Botschafter jedoch nicht aus der Reserve locken und antwortet sehr vorsichtig.

Graf von Sinzendorf: Es scheint, dass die Mächtigen Spaniens sehr aufgebracht sind.

Castel dos Rios: Das habe ich auch gehört.

Graf von Sinzendorf: Und das sie vorhaben, alle wichtigen Stellungen mit Spaniern zu besetzen

Castel dos Rios: Das ist selbstverständlich

Graf von Sinzendorf: Und das sie planen, Vorkehrungen gegen Frankreich zu treffen.

Castel dos Rios: Das könnte wohl sein.

Graf von Sinzendorf: Wusstet Ihr, dass der König heute morgen den Herzog d’Anjou in der Ecurie aufgesucht hat?

Castel dos Rios: Na, das wusste ich nicht! Ich sehe Euch bald wieder, Monsieur le Marquis.

Als der österreichische Botschafter gegangen ist, übergibt Faverolles Castel dos Rios den Plan des Trianon, den er von Dupuis erhalten hat: Ich bringe Euch dies im Namen von Monsieur Dupuis. Habt Ihr den Pass, den Ihr mir versprochen habt? Ich brauche ihn dringend. Mein Ruf Madame de Maintenon gegenüber hängt davon ab.

Dos Rios: Ihr tatet wohl daran zu warten, bis der Graf ging, denn ich hätte in seiner Anwesenheit nicht mit Euch sprechen können. Was den Pass angeht, hier ist er. Wusstet ihr, dass keine Briefe mehr aus Spanien hier ankommen.

Faverolles: Besorgniserregend, zumal mein Vater mich durch Monsieur de Boisseuilh wissen ließ, dass wir keine weitere Nachricht von Elvira erhalten werden.

Dos Rios: Vielleicht könntet Ihr von den Kurieren mehr über die Situation erfahren!

Faverolles erhält nun zwar endlich den heiß ersehnten spanischen Pass. Dennoch scheint die Möglichkeit einer Rückkehr nach Spanien mit etlichen Fragezeichen versehen zu sein, da die Grenzen offensichtlich dicht zu sein scheinen. Seit kurzem wird sämtliche Post aus Spanien an der Grenze abgefangen.

 

Auf Anraten des spanischen Botschafters begibt sich Faverolles nun zu den Ställen (Grandes Ecuries) in Begleitung seines Dieners La Perdrix.

Dort sucht er den Kurier in den Ställen auf, um etwas über die Situation an der Grenze zu erfahren: Man sagt, dass alle Briefe an der spanischen Grenze aufgehalten werden.

Kurier: Ja, ich glaube, dass die Holländer dahinter stecken. Außerdem kam einer auf mich zu und sprach von Monsieur d’Arceuil. Aber ich bin sicher, dass er meine Briefe wollte.

In diesem Augenblick erscheint der Duc d’Arcueil auf der Bildfläche. Da der Kurier einen Verdacht bezüglich des Herzogs hegt, ist er nicht bereit, in dessen Anwesenheit weiter zu sprechen: Oh, da kommt der Herzog! Er hat uns gesehen, ich kann ihm nicht ausweichen! Gebt mir einen Vorwand wegzukommen, dann könnt Ihr den Rest der Geschichte hören.

Der Herzog begrüßt Faverolles sehr freundlich, doch jener sucht schnell das Weite:

Faverolles, Ihr hier? Ich wähnte Euch in Sachen der Marquise de Maintenon unterwegs.

Faverolles: Und ich wähnte Euch in Marlis, edler Herzog! Seid Ihr gar nicht abgereist?

Er eilt nach draußen in den Hof und sucht nach einer Möglichkeit, den Kurier nach draußen zu holen: Ich kann sie nicht unterbrechen, ich muss es irgendwie schaffen, den Kurier draußen wegzulocken!

Etwas weiter im Hof sieht er an der Stallwand einen Sack Heu herunterhängen, der an einem Seil an der Wand befestigt ist. Faverolles kappt das Seil, und das Bündel Heu stürzt in der Nähe der Pferde herunter. Diese werden unruhig und verursachen einen ohrenbetäubenden Lärm. Der Kurier erscheint daraufhin draußen im Hof,  und Faverolles erfährt den Rest der Neuigkeiten. Der Kurier äußert den Verdacht, dass der Duc d’Arcueil etwas mit der Angelegenheit zu tun haben könnte. Des weiteren erzählt er, dass sich ein holländischer Spion in Versailles aufhält: Ihr habt aber lange gebraucht. Der Herzog könnte in diese Affäre verwickelt sein, aber ich habe keine Beweise! Ich weiß allerdings, dass der Holländer hier in Versailles ist. Ich habe ihn gestern bei der Grand Commun gesehen.

Faverolles: Mein Freund, bis bald.

 

Auf geht es zur Grand Commun, um sich auf die Suche nach dem holländischen Spion zu machen, von dem der Kurier sprach. Im Esszimmer lassen sich die Herren nicht stören, während die Köchin in der Küche ihm nur sagen kann, dass sie niemanden gesehen habe, der einem Holländer auch nur im geringsten ähnlich sehe. Auch La Perdrix ist nirgendwo zu finden. Also begibt sich Faverolles ins Gasthaus „Zum Pelikan“, denn der Wirt dort kennt eine Menge Leute und kann ihm vielleicht weiterhelfen. Als er die Herberge betritt, wird Faverolles von La Perdrix, der dort an einem der Tische steht, mit den folgenden Worten begrüßt: Ihr scheint sehr besorgt zu sein, Meister. Ich werde dicht an Eurer Seite bleiben. Faverolles fragt sich, um dies ein Hinweis sein sollte und blickt sich um. Dort steht ein Schweizer Gardist, der offensichtlich schon auf ihn gewartet hat. Die Situation wird brenzlig, Madame de Maintenon scheint kein Erbarmen zu kennen. Faverolles muss sich die Angelegenheit so schnell wie möglich vom Halse schaffen. Also holt er den spanischen Pass, den er vor kurzem von Castel dos Rios erhalten hat, aus dem Gepäck und überreicht diesen der Wache: Hier ist der Beweis für die Marquise de Maintenon.

Schweizer: Ich will es eilends zu ihr bringen. In 20 Minuten bin ich wieder da.

Der Schweizer verschwindet, und Faverolles kann sich nun endlich an den Wirt wenden: Habt ihr hier in der Nähe einen Holländer gesehen?

Wirt: Einen Holländer, nein. Ich habe nur einen Engländer, der ununterbrochen schreibt. Er merkt nicht mal, wenn sein Bier gebracht wird. Er geht nur aus, um seine Briefe abzuschicken, sonst würde er an dem vielen Papier ersticken.

Faverolles findet die ganze Angelegenheit äußerst verdächtig. Ehe er jedoch seinen Gedanken zu Ende denken kann, ertönt das Geräusch von zerbrechendem Glas. Jemand hat einen Stein in eine der Fensterscheiben geworfen. Und der Wirt lässt mit seinem Lamentieren nicht lange auf sich warten: Ah, diese verfluchten Kinder, die mir andauernd die Fenster einschlagen.

Faverolles ist völlig klar, dass er irgendwie herausfinden muss, was es mit dem Engländer, von dem der Wirt sprach, auf sich hat: Ich muss in sein Zimmer eindringen und feststellen, was er schreibt!

Er beschließt, La Perdrix nach oben zu schicken, damit er einmal nachsieht: La Perdrix geht hinauf in sein Zimmer, seht Euch gut um und bringt mir etwas, das er geschrieben hat, wenn Ihr könnt! Sein Diener weist ihn darauf hin, dass er dazu wohl dazu einen Vorwand benötigt: Ich kann nicht mit leeren Händen hingehen!

Faverolles sieht sich um und erblickt auf dem Tisch vor dem Kamin ein Tablett mit einer einigen Bierkrügen und Tellern. Er reicht La Perdrix das Tablett und fordert ihn erneut auf, den Engländer auszuspionieren.  (dazu in Richtung Ausgang gehen – La Perdrix das Tablett geben)

In der folgenden Filmsequenz sieht man La Perdrix mit dem Tablett in der Hand die Treppe hinaufsteigen. Als dieser wieder hinuntergekommen ist, versucht Faverolles mit ihm zu sprechen, um seinen Bericht zu erhalten, muss jedoch feststellen, dass dies nicht möglich ist. Also dreht sich unser junger Held um und entdeckt den Schweizer Gardisten, der inzwischen wieder im Gasthof erschienen ist. Grußlos überreicht ihm die Wache seinen spanischen Pass zurück und einen Brief von Madame de Maintenon: Das ist für Euch!  

Da seine ganze Zukunft davon abhängt, lässt es sich Faverolles nicht nehmen, schnell einmal auf den Brief der hohen Dame zu werfen:

 

Versailles, Dienstag, zwei Uhr

Monsieur,

Euer spanischer Pass hat mich von Eurer Aufrichtigkeit überzeugt. Um Spanien zu erreichen, benötigt Ihr allerdings drei weitere Pässe, denn in Frankreich wie in England und im Kaiserreich werden die Grenzen bewacht. Wegen des französischen Passes werde ich Seine Majestät und Monsieur de Torcy ansprechen. Was die beiden anderen betrifft, so müsst Ihr Euch in Geduld üben und auf die Vorsehung vertrauen

Euer ergebenster Diener

Francoise d`' Aubigné

 

Faverolles kann aufatmen – Madame de Maintenon hat seine Beweise akzeptiert und verspricht ihm darüber hinaus sogar ihre Unterstützung. Nachdem diese Last von seiner Seele genommen ist, ist es nun aber an der Zeit, sich wieder um die Spionageangelegenheit zu kümmern. La Perdrix’ Bericht bestätigt die Vermutung: Der Engländer ist höchst verdächtig. Er hat überall Papiere voller Siegel, Nummern und Buchstaben – was hat er bloß vor? Ich wollte eins mitnehmen, aber er wurde wütend. Also ging ich weg.

Faverolles muß einen Weg finden, an Beweise für die Machenschaften des Spions zu gelangen: Dies duldet keinen Aufschub. Ich werde diesem Engländer einen Passierschein stehlen. Ich muss in sein Zimmer gelangen und ihn irgendwie ablenken, um seine Papiere wegzunehmen. Es ist nicht leicht, mich ihm zu nähern. Ich muss ihn mit irgendetwas ablenken. Während er noch so überlegt, wie dies am besten anzustellen ist, fallen ihm die Kinder ein, die eine Fensterscheibe hier in der Herberge zerbrochen haben. Vielleicht könnte man den Engländer auf diese Weise ablenken. Faverolles begibt sich zurück in die Mitte der Wirtstube und dreht sich zu La Perdrix, der am Fenster steht. Dann sucht er systematisch den Boden ab und findet tatsächlich links neben den Füßen von La Perdrix einen dicken Stein, der vor kurzem durch das Fenster geschleudert wurde. Er hebt den Gegenstand auf und wendet sich an La Perdrix: Nehmt diesen Stein und werft ihn durch das Fenster des Engländers. Nun fehlt unserem Helden nur noch die passende Verkleidung. Er holt die Küchenschürze aus seinem Gepäck und streift sie über. Dann steigt er die Treppe zum Zimmer des Engländers hinauf und klopft an dessen Tür. Unter dem Vorwand, das Tablett abholen zu wollen, gelingt es Faverolles in das Zimmer des Engländers zu gelangen.

Engländer: Was nun?

Faverolles: Ich will das Tablett holen

Engländer: Schon gut, ich mache auf.

Schnell blickt sich Faverolles im Zimmer um. Auf dem Tisch liegen verschiedene Dokumente. Einen Augenblick lang beobachtet er den Engländer, welcher von Zeit zu Zeit etwas länger aus dem Fenster sieht und sich über die Bettler auf der Straße aufregt: Das ist ungeheuerlich. Wenn ich die Zeit hätte, würde ich diese Lümmel verprügeln. Wie kann man nur überall so viele Bettler dulden. Diesen Zeitpunkt gilt es zu nutzen. Nach und nach nimmt Faverolles die Papiere, das Codebuch und einen versiegelten Brief (Pass bzw.Passierschein) an sich, während er sich zwischendurch vergewissert, dass er dabei nicht beobachtet wird.

Der Engländer scheint wirklich nichts bemerkt zu haben und bittet Faverolles dem Wirt mitzuteilen, dass er ein anderes Zimmer wünscht: Sagt dem Wirt, er soll mit ein anderes Zimmer geben.

Faverolles: Sehr wohl, Monsieur, ich erledige das sofort! Als Faverolles auf dem Weg zur Tür ist, scheint der Engländer festgestellt zu haben, dass man ihn bestohlen hat, und zieht den Degen. Er fordert Faverolles zum Duell heraus: Verteidigt Euch, wenn Ihr ein Mann seid!

Faverolles eilt zurück auf die Galerie (automatisch) und ruft die Schweizer Wache zu Hilfe, die ihm rät, nicht zu kämpfen: Zieht auf keinen Fall Eure Klinge Monsieur,  Seine Majestät ist unversöhnlich, wenn jemand kämpft. Stop!, Wache! Ergreift diesen Mann!

Der Engländer versucht, sich über die Brüstung aus dem Staube zu machen. Er wird jedoch von der Schweizer Wache überwältigt und abgeführt. Wie sich im folgenden zeigen wird, gelingt es ihm offensichtlich dann doch, den Wachen zu entkommen.

 

Ein paar Wochen, bevor der Sommer zu Ende ging...

 

Faverolles ist auf dem Weg durch den Spiegelsaal zum Kriegssaal, als sich die großen Doppeltüren öffnen, und der König in Begleitung seines Gefolges erscheint, offensichtlich auf dem Weg zur morgendlichen Messe. Er ruft Faverolles zu sich und bittet (?) ihn, sich nach der Messe zu Seiner Verfügung zu halten: Faverolles, erwartet mich, wenn ich aus der Kapelle komme! Ich brauche Euch möglicherweise.

Im Kriegs-Salon angekommen sieht sich Faverolles nach vertrauten Gesichtern um. Vor dem linken Fenster sieht er den spanischen Botschafter Castel dos Rios stehen. Er geht auf ihn zu und spricht ihn an. Leider hat ihm der Botschafter bedrohliche Neuigkeiten zu berichten. Elvira ist unter dem Verdacht der Spionage verhaftet worden:  Mein Sohn ist von Madrid unterwegs. Elvira wurde von der deutschen Fraktion entführt. Sie wird der Spionage angeklagt und alle Briefe, die sie Euch schrieb, wurden beschlagnahmt. Wir müssen das Schlimmste befürchten.

Faverolles: Ich würde mein Leben geben, um sie zu retten – aber wie?

Faverolles  erfährt, dass nur der österreichische Botschafter, der sich zur Zeit im Marais-Hain aufhält,  in dieser Angelegenheit weiter helfen kann: Graf Sinzendorf ist der einzige hier, der ihre Freiheit erwirken kann. Persönlich kann ich gar nichts tun.

Faverolles: Ich muss ihn sehen, aber ich habe nur wenig Zeit. Die Messe des Königs dauert nur eine halbe Stunde. 

Castel dos Rios: Eilt Euch! Er ist augenblicklich in den Gärten, im Marais-Hain.

Faverolles beschließt, sich schnellstens dorthin zu begeben, da er den österreichischen Botschafter ohnehin wegen des noch erforderlichen Passes sprechen muss.

Im Marais-Hain im der gesamte Hofstaat versammelt. Faverolles wendet sich nach rechts, wo er den Grafen stehen sieht. Leider ist von Sinzendorf nicht zu sprechen: Edler Herr Botschafter...

Graf Sinzendorf:  Stört mich nicht, ich erwarte jemanden.

Unverrichteter Dinge kehrt Faverolles zum Eingang zurück, wo er jetzt den Duc d’Arceuil vorfindet. Vielleicht kann dieser ihn weiterhelfen. Er spricht ihn an und erhält einige wichtige Informationen. Des weiteren überreicht ihm der Herzog einen französischen Pass: (Jetzt fehlt Faverolles nur noch der deutsche bzw. österreichische Pass): Gratuliere, Monsieur! Monsieur de Torcy gab mir einen Pass für Euch. Ich möchte auch mit Euch über Mademoiselle Prosperine sprechen.

Faverolles: Tausend Dank. Aber verzeiht mir, edler Herzog, ich muss dringend mit Graf Sinzendorf sprechen.

Duc d’Arceuil: Jetzt ist kein günstiger Zeitpunkt. Torcy ist sehr wütend auf ihn. Sinzendorf bat ihn um eine Audienz beim König. Torcy wollte den Grund wissen. Doch da Sinzendorf ihm den nicht nennen wollte, hat Torcy ihm ins Gesicht gesagt, er würde es nicht ausrichten.

Da Faverolles nun von Sinzendorfs Wunsch weiß, eine Audienz beim König zu erhalten, kann er sich diese Tatsache vielleicht zu Nutzen machen. Er kehrt zurück zum Grafen und spricht ihn erneut an: Seine Majestät...

Sinzendorf: Hat der König Euch gesandt?

Faverolles: Nicht direkt, aber ich könnte Euch zu einer Audienz bei ihm verhelfen!

Sinzendorf: Warum solltet Ihr mir helfen?

Faverolles: Es geht um eine delikate Angelegenheit. Wie ich soeben erfahre, wurde eine gewisse junge Dame namens Elvira in Madrid entführt. Bei meiner Ehre als Edelmann kann ich Euch versichern, dass sie mit keinerlei politischen Intrigen zu tun hat. Ich hege die zärtlichsten Gefühle für sie und werde alles in meiner Macht stehende tun, um sie zu retten.

Sinzendorf: Ah, also gut, ich glaube Euch. Ich kann Euch helfen, aber als Gegenleistung muss ich noch heute mit dem König sprechen. Mein Herr der Kaiser hat mir in einer höchstwichtigen Angelegenheit freie Hand gegeben.

Faverolles: Ihr sollt Eure Audienz bekommen. Ich muss in königlichen Geschäften zum Schloss und werde Monsieur de Torcy sehen, wenn er zur Ratssitzung kommt.

Nachdem er diesen Handel mit dem österreichischen Botschafter abschlossen hat, ist es für Faverolles an der Zeit ins Schloss zurückzukehren, um dem Befehl des Königs Folge zu leisten. 

 

In der nachfolgenden Sequenz sieht man Faverolles den Spiegelsaal durchschreiten. Als er den Kriegs-Saal betreten will, erscheint der König (mit seinem Gefolge), der bereits neue Order für ihn bereithält. Der König erwartet einen Kurier aus Spanien, den Faverolles sofort bei seiner Ankunft zum König bringen soll:  Monsieur de Faverolles.

Faverolles: Sire!

Ludwig XIV:  Ich erwarte im Laufe des Tages einen Kurier aus Madrid. Ihr sollt ihn zu mir bringen, sobald er ankommt!

 

Da die Befehle des Königs Vorrang vor allen anderen Aufgaben haben, eilt Faverolles sofort zu den Ställen (Grandes Ecuries), um sich nach dem Verbleib des vom König erwarteten Kuriers zu erkundigen. Der Schweizer am Eingang kann ihm nur mitteilen, dass alle noch auf den Kurier warten. Faverolles spricht den Reiter beim Stalleingang an und erhält ebenfalls eine abschlägige Antwort. Er kehrt um und entdeckt den Stallburschen Golipeau links von Eingang. Auf seine Frage: Ist der Kurier aus Madrid eingetroffen? kann dieser auch nur antworten: Nein, wir warten noch auf ihn.

Da er hier im Augenblick nichts ausrichten kann, begibt sich Faverolles zur Treppe der Königin, um mit De Torcy in Sinzendorfs Angelegenheit zu sprechen. Der Minister sollte dort auf dem Wege zur Ratssitzung anzutreffen sein. Das Gespräch mit De Torcy verläuft nach Faverolles Wunsch und er erfährt außerdem, dass man in den Gärten einen Mann verhaftet hat, bei dem es sich um den gesuchten englischen Spion handeln könnte. Der Minister fordert Faverolles auf, sich dessen zu vergewissern.

De Torcy: Beeilt Euch, Monsieur, der Rat des Königs wird gleich beginnen.

Faverolles: Der edle Graf Sinzendorf

De Torcy: Was?

Faverolles: Mit Verlaub, ich muss darauf bestehen. Es ist an dem, dass Graf Sinzendorf Vollmacht besitzt, das Teilungsabkommen zu unterschreiben!

De Torcy: Gut, ich werde es Seiner Majestät sofort berichten! Inzwischen wurde Euer Engländer anscheinend in den Gärten verhaftet. Ihr solltet Euch vergewissern, ob es wirklich Euer Mann ist. Was Euer Anliegen angeht, kommt wieder und sucht mich im Flügel des Ministers auf.

Jetzt gilt es die Stecknadel im Heuhaufen zu suchen. Faverolles begibt sich zu den Gärten, um die Spur des englischen Spions zu verfolgen. Er sucht der Reihe nach alle Örtlichkeiten ab, bis er schließlich fündig wird. Da der Ballsaal verschlossen ist, begibt sich Faverolles zum  Marais-Hain. Dort nutzt er die Gelegenheit, um Graf von Sinzendorf die Neuigkeiten, sein Gesuch um eine Audienz betreffend, zu berichten: Herr Botschafter...

Graf von Sinzendorf: Habt Ihr wegen der Audienz schon einen Bescheid?

Faverolles: Noch nicht.

Graf von Sinzendorf: Ihr könnt mich den ganzen Nachmittag im Ballsaal findet.

Tiquet der Hydraulikingenieur im Kolonnadenhain bestätigt ihm das Gerücht um die Verhaftung eines Mannes in den Gärten.

Faverolles: Man sagt, jemand wurde in den Gärten verhaftet!

Schweizer: Ja, irgendein Verrückter!

Faverolles: War es vielleicht ein Engländer?

Schweizer: Das kann ich nicht sagen, das ist ein Staatsgeheimnis.

Faverolles eilt weiter nach Enkelados. (l’Encelade). Dort gibt ihm der Gärtner den wertvollen Hinweis, dass er auf dem Krocketplatz weiter suchen soll.

Faverolles: Man sagt, jemand wurde in den Gärten verhaftet!

Gärtner: Ich habe zu viel zu tun, um auf Gerüchte zu hören. Ich muss meine Arbeit hier beenden und zum Crocketfeld gehen, um die großen Bäume zu stutzen.

Auf dem Krocketfeld spricht Faverolles den Gärtner an, der ihm einige wichtige Details über den Mann mitteilen kann.

Faverolles: Offenbar wollte ein Verrückter sich vom Turm stürzen!

Gärtner: Ja, Monsieur, ich war dort. Als er begriff, dass er der Wache nicht entkommen konnte, kletterte er auf den Turm hinauf und versuchte zu springen. Aber die Wächter konnten ihn rechtzeitig aufhalten. Er war Ausländer.

Unser junger Held begibt sich also zum Turm und beginnt das Gelände darum abzusuchen, leider vergeblich. Schließlich steigt er über die Holzsprossen auf den Turm hinauf. 

 

Als er sich nach rechts wendet, kann er etwas im Gebüsch entdecken. Dummerweise kann er nicht dorthin langen. Also steigt Faverolles die Leiter wieder hinunter und macht sich auf die Suche nach einem Gegenstand, der ihm als Verlängerung seines Arms dienen kann. Unten entdeckt er einige Gartengerätschaften: einen Spaten, eine Hippe, eine Schaufel und einen Rechen. Diesen nimmt er und klettert erneut die Sprossenleiter zum Turm hinauf. Jetzt gelingt es ihm mühelos, den Zettel rechterhand an sich zu nehmen.

 

Er versucht die Botschaft zu lesen, muss jedoch feststellen, dass dazu etwas mehr von Nöten ist. Er kehrt also in seine Wohnung an der Grand Commun zurück, wo er La Perdrix bereits auf einen Auftrag wartend vorfindet. Jetzt gilt es die Botschaft des Spions zu entschlüsseln. Faverolles legt den Zettel („Nachricht aus der Hecke“) auf seinen Tisch und da sich die Papiere und das Codebuch des Engländers in seinem Gepäck befinden ist der Code des Dokuments innerhalb kürzester Zeit geknackt. Faverolles liest die Nachricht, die verblüffende Neuigkeiten beinhaltet: Der König ist tot, und er hat den Herzog d’Anjou ernannt.

 

Ehe er sich auf den Weg zum Minister De Torcy macht, um ihm die Nachricht zu überbringen, wendet sich Faverolles noch mit einem Auftrag an La Perdrix, denn er hat den Auftrag des Königs nicht vergessen. La Perdrix soll an seiner Stelle nach dem sehnlichst erwarteten Kurier Ausschau halten und jenen bei seiner Ankunft sofort zu Faverolles (zum Ballsaal) bringen. La Perdrix versäumt es nicht, seinen Herrn vor den möglichen Gefahren in dieser Spionageangelegenheit zu warnen: Jetzt habt Ihr Euch in einen Schwertfisch verwandelt, Meister. Hütet Euch vor dem Schwert!

Faverolles: Werdet nicht unverschämt, ich bin kein Spion.

La Perdrix: Unverschämt? Ich, der ich Euch treu ergeben bin ! Befehlt, was Ihr wollt und ich werde es beweisen.

Faverolles wählt die zweite der beiden Auswahlmöglichkeiten und bittet seinen Diener, sofort zu den Ställen zu eilen.

Faverolles: Geht in die „Grande Ecurie“!

La Perdrix: Sehr wohl, Meister. Was soll ich dort tun?

Faverolles: Der König hat mir befohlen, den Kurier aus Madrid zu ihm zu bringen. Findet ihn und führt ihn zu mir, sobald er ankommt. Ich werde den ganzen Nachmittag im Ballsaal sein.

 

Faverolles verlässt seine Wohnung und begibt sich zum Flügel der Minister in De Torcy Vorzimmer. Dort wendet er sich an den Sekretär des Ministers namens Blondel, der vom Minister bereits zu informiert zu sein scheint:

Ah, da seid Ihr ja, Faverolles. Der Minister speist in Gesellschaft, aber ich gehe und sage ihm Bescheid. Wartet hier bitte.

Kurz darauf erscheint Minister De Torcy und Faverolles kann ihm seine Neuigkeiten übermitteln und sich desgleichen nach dem Stand der Dinge, die Audienz für Graf von Sinzendorf betreffend, erkundigen: Also, Monsieur le Marquis, was ist mit der Audienz?

De Torcy: Seine Majestät sagte: „Wir werden sehen“!

Faverolles: Der Mann der verhaftet wurde, ist zweifellos der englische Spion. Ich konnte eine Botschaft entschlüsseln, in der...

Der Minister nimmt die Nachricht des Spions und erkennt mit geübtem Auge, dass es sich dabei um eine Fälschung handelt: Noch eine Fälschung... Das müsst ihr Blondel zeigen.

Nun kennt sich Faverolles überhaupt nicht mehr aus. Was soll er von all’ diesen Dingen halten. Faverolles schickt sich an das Vorzimmer zu verlassen, als er links von der Tür den Duc d’Arceuil stehen sieht. Dieser teilt ihm mit, dass sich der König auf dem Weg zur Jagd befindet: Ich komme gerade vom König. Seiner Majestät gefiel es, über die Terrasse zu seiner Jagd aufzubrechen.

Faverolles: Ich gehe sofort.

 

Faverolles eilt hinaus und in der nachfolgenden Filmsequenz sieht man Faverolles, der dem König  beim Aufbruch zur Jagd auf der Terrasse begegnet. Jener hat einen neuen Auftrag für ihn und erkundigt sich auch nach dem Kurier: Faverolles, geht und sagt dem Grafen von Sinzendorf, dass ich ihm eine Audienz gewähre.

Faverolles: Auf der Stelle, Sire.

Der König: Sagt es auch Monsieur de Torcy. Ist der Kurier immer noch nicht da?

Faverolles: Nein, Sire.

 

Faverolles begibt sich nun zum Ballsaal, um dem Grafen von Sinzendorf die Nachricht zu überbringen, dass ihm der König die gewünschte Audienz gewährt. Als er dort ankommt, hört er gerade noch wie die Herzogin von Bourgogne den österreichischen Botschafter, Graf von Sinzendorf zu einer Partie „Blinde Kuh“ zu überreden versucht. Da der Botschafter jedoch nicht zum Spielen aufgelegt ist, findet die Herzogin in Faverolles ein geeignetes Opfer.

Herzogin:  Botschafter, spielt eine Partie Blinde Kuh mit uns.

Graf von Sinzendorf: Madame, ich wäre entzückt, Eurer Hoheit zu gehorchen, aber....

Herzogin: Geht weg, Ihr habt mich beleidigt. Ah, da kommt Monsieur de Faverolles. Er soll unsere Blinde Kuh sein!

 

Faverolles versucht, Graf Sinzendorf zu erwischen. 

Da die Augenbinde einige Durchblicke ermöglicht, ist es für Faverolles nicht allzu schwer, die richtige Person zu finden. (Man kann das Blickfeld ändern, indem man mit der Maus das Bild nach links bzw. nach rechts dreht). Faverolles muss, sobald er jemanden gefangen hat, wahrheitsgemäß antworten, um welche Person es sich dabei handelt. Ist die Antwort falsch, beginnt das Spiel von vorn. Der Botschafter trägt einen braunen Rock und befindet sich in Gesellschaft von Castel dos Rios, dem spanischen Botschafter (im schwarzen Rock).

 

Nachdem Faverolles schließlich den Botschafter erwischt hat, kann er mit ihm reden. Er teilt ihm die Botschaft des Königs mit: Seine Majestät wird Euch um 6 Uhr empfangen, im Anschluss an die Jagd. Graf Sinzendorf hält sein Versprechen und überreicht ihm ein Schreiben, das Elvira in Freiheit setzen wird: Monsieur, ich stehe zu meinem Wort. Hier ist der Brief, den ich für unseren Gesandten in Madrid vorbereitet habe. Doch dürft Ihr ihn niemandem anderen in die Hand geben.

Faverolles: Ich schulde Euch tausendfachen Dank, edler Graf. Nun muss ich nur noch um Urlaub zur Abreise bitten, dann ist Elvira gerettet.

Faverolles eilt zurück zum Eingang, wo er auf den spanischen Botschafter Castel dos Rios trifft. Dieser gibt seinen Befürchtungen Ausdruck, dass, falls Sinzendorf tatsächlich zum König gelangen sollte, das Teilungsabkommen zwischen Frankreich, Holland und England unterzeichnet werden könnte. Damit würde Österreich den Thronfolger stellen. Für Faverolles würde dies bedeuten, dass seine Chance, nach Spanien zurückzukehren, gleich Null wäre: Elvira ist in Sicherheit, doch unsere Nation hat ihre Größe eingebüßt. Wenn das Teilungsabkommen unterzeichnet ist, werden die Imperialisten in Madrid regieren. Herzog d’Anjou wird nie König von Spanien. Die Liebe hat triumphiert, doch Ihr müsst die Hoffnung aufgeben, in unserem Königreich zu leben. 

Faverolles erkennt, dass er die Audienz verhindern muss und zwar so, dass Graf Sinzendorf selbst darauf verzichtet: Noch ist nichts verloren. Wir müssen den Botschafter überreden, freiwillig auf die Audienz zu verzichten. Und dazu habe ich vielleicht die Mittel.

Faverolles beschließt, dem österreichischen Botschafter die falsche Nachricht des Spions zu zeigen, damit dieser erkennt, dass seine Bemühungen umsonst sind. 

 

Faverolles eilt also zur Kolonnade, wo er sich nach links wendet und dann die Treppe hinaufsteigt (dort, wo er zuvor mit dem Gärtner gesprochen hat). 

Tatsächlich findet er dort den österreichischen Botschafter vor: Herr Botschafter, darf ich Euch diesen Brief zeigen, der bei einem Engländer gefunden wurde.

Sinzendorf: Einem Engländer, seid Ihr sicher. Das ist unmöglich. Falls dies nicht echt ist, ändert sich alles. Wie erfahren wir nur die Wahrheit.

Faverolles: Jemand in dieser Versammlung kann uns erleuchten. Ich werde nachsehen, ob er angekommen ist. Bitte wartet hier auf mich.

Sinzendorf: Ah, ich werde warten.

 

Die Reaktion des Grafen lässt Faverolles vermuten, dass der Spion in Wahrheit für den Grafen arbeitete. Sollte sich im folgenden herausstellen, dass die Botschaft falsch war, müsste Graf von Sinzendorf erkennen, dass er einen Doppelagenten beschäftigte.

In der Hoffnung endlich den Kurier zu finden, begibt sich Faverolles zurück zum Eingang, um zu den Ställen zu eilen. Hier stellt sich heraus, dass er sich den Weg sparen kann. La Perdrix ist es gelungen, den Kurier ausfindig zu machen und er hat ihn bereits hierher gebracht:  Der Kurier ist bei mir. Ich durfte kaum zu Atem kommen. Was ist passiert? Faverolles wendet sich an den Kurier und lässt sich die Botschaft, die dieser bereithält nennen: Sagt uns, wie die Botschaft lautet.

Kurier: Der König von Spanien lebt und hat seinen Nachfolger noch nicht ernannt.

Daraufhin bittet er den Mann, ihm zu Graf von Sinzendorf zu folgen („Folgt mir“), wendet sich nach links und steigt in Begleitung des Kuriers erneut die Treppe hinauf zu Graf von Sinzendorf, der dort auf dem Rang wartet.

Hier fordert er den Kurier auf, seine Botschaft erneut zu übermitteln, was dieser sofort tut: Der König von Spanien lebt und hat seinen Nachfolger noch nicht ernannt.

Graf von Sinzendorf zweifelt zunächst die Worte des Kuriers an: Ah, es sind unzählige falsche Boten unterwegs. Warum sollte ich diesem glauben. Faverolles gelingt es jedoch, ihn von der Echtheit der Botschaft zu überzeugen, woraufhin der Graf auf die Audienz beim König verzichtet.

Faverolles: Seine Majestät hat befohlen, diesen Mann sogleich persönlich zu ihm zu bringen. Kommt mit mir und seht selbst.

Sinzendorf: Es wird nicht nötig sein. Ich muss die Fakten akzeptieren. Ihr werdet seiner Majestät sagen, dass ich auf die Audienz verzichte. Was ich ihm sagen wollte, ist nicht mehr von Belang. 

Faverolles steigt die Treppe wieder hinab und begibt sich zum Ausgang, wo er auf den spanischen Botschafter trifft, der ihm seine Glückwünsche ausspricht.

 

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