1) Einleitung   6) Frühjahr 1700, 3. Tag
  2) Sommer 1699, 1. Tag   7) Frühjahr 1700, 4. Tag
  3) Sommer 1699, 2. Tag   8) Sommer 1700, 1. Tag
  4) Frühjahr 1700, 1. Tag   9) Sommer 1700, 2. Tag
  5) Frühjahr 1700, 2. Tag 10) Ende des Jahres 1700

 

 

Faverolles befindet sich im Esssaal der Grand Commun, nachdem er vom Konzil des Königs zurückgekehrt ist. Dort wird er von einem Mann provoziert, der meint ihn lächerlich machen zu können. 

 

Dieser behauptet, er habe den König beim Konzil sagen hören, dass sein Enkel der Philippe d’Anjou keine Chance habe, der zukünftige König von Spanien zu werden: Als er aus dem Konzil kam, sprach seine Majestät von einem weiteren Gerücht. Diesmal hieß es, der Herzog d’Anjou sei vom spanischen König in seinem Testament genannt worden. Doch seine Majestät lachte nur darüber und sagte, sein Enkel habe keine Chance.

 

Faverolles ist sehr überrascht, denn er hat etwas anderes gehört: Verzeiht, Monsieur, ich war dabei. Seine Majestät sagte, dass Frankreich nicht so leicht in eine Falle tappt, und ich behaupte, dass der Herzog d’Anjou den legitimsten Anspruch auf den Thron hat.

Der Mann fordert unseren jungen Helden auf, unter Beweis zu stellen, was er soeben behauptet hat: Mhm, mhm, mein Gott! Kaum ist der Herr hier angekommen, schon erdreistet er sich, uns zu belehren, uns, die wir seit über 20 Jahren des Königs Lakaien, Kapläne, Equerries und Kammerdiener sind. Mhm, mhm! Nun meine Herren, lasst uns nicht eher vom Tisch aufstehen, als bis wir ihn angehört haben. Ihr habt das Wort, Schlauberger.

Auf dem im folgenden abgebildeten Stammbaum, soll Faverolles die einzelnen Elemente richtig zuordnen und damit letztlich begründen, weshalb der Duc d’Anjou seiner Meinung nach den legitimsten Anspruch auf den spanischen Thron hat.

Faverolles: Zunächst muss ich alle Personen, die bereits herrschen oder dazu berufen sind, von der Thronfolge streichen. Danach muss ich lediglich der Rangfolge der Anwärter nachgehen, um die Rangfolge der Anwärter herauszufinden.

 

Die drei Herrscherhäuser Frankreich, Spanien und Österreich sind jeweils in einer Farbe dargestellt (blau-gelb-dunkelorange). Zunächst einmal setzt er überall dort, wo die Person bereits herrscht bzw. von der Thronfolge ausgeschlossen ist, weil ein Anspruch auf einen anderen Thron besteht (Duc de Bourgogne, Erzherzog Joseph, Louis de France, Louis XIV. Charles II. und Leopold I.) eine Krone. Dann setzt er die Porträts an die richtige Stelle. (Frankreich: Der Dauphin mit den Söhnen Duc de Chartres, Du d’Anjou, Duc de Berry; Österreich: Erzherzog Karl). Als direkter Nachkomme von Ludwig XIV. hat der Duc d’Anjou tatsächlich den Vorrang in der spanischen Thronfolge.

 

 

Nachdem die Aufgabe gelöst worden ist, muss der Mann zugeben, dass Faverolles Großartiges geleistet hat: Bei meiner Seele, das hat er prächtig gehandhabt. Mhm, mhm, gehen wir wieder an die Arbeit.

 

Faverolles verlässt nun das Esszimmer und trifft auf seinen Diener La Perdrix, der ihm eine Botschaft des Duc d’Arcueil auszurichten hat. Dieser bittet ihn, zum Krocketspiel zu kommen: Meister, der edle Herzog d’Arceuil bittet Euch, sofort zu ihm zum Kockett zu kommen. Es ist wichtig.

Faverolles: Ich verstehe Eure Redeweise jetzt, Ihr meint Krocket!

La Perdrix: Das habe ich doch gesagt!

Faverolles begibt sich also zum Krocketfeld, wo er auf den Duc d’Arceuil trifft, der ihn bittet, ein Spiel mit dem Duc d’Anjou zu wagen. Dieser gibt ihm noch den guten Rat, nach Möglichkeit den Duc gewinnen zu lassen, da dieser nicht gerne verliert.

Duc d’Arceuil: Wir haben Euch erwartet, Faverolles! Wie es scheint, seid Ihr ein hervorragender Spieler. Seine Hoheit wünscht, gegen Euch anzutreten.

Herzog d’Anjou: Nach Euch, Faverolles!

Duc d'Arceuil:  Seid vorsichtig, der Prinz verliert nicht gerne. Also zwei gegen zwei. Hundert Livres pro Spiel!

 

Der Ball muss mit möglichst wenigen Schlägen in einen umgrenzten Bereich geschlagen werden. Faverolles hat zwei Bereiche zu kontrollieren: links die Kraft des Schlags und rechts den Winkel. Beide Pfeile sollten möglichst in der Mitte (durch Anklicken) angehalten werden, d.h. inmitten des grünen Bereichs. Nach drei gewonnenen Spielen ist das Spiel zu Ende. 

 

Nachdem Faverolles das Spiel entgegen dem gutgemeinten Rat des Duc d’Arcueuil nun doch gewonnen hat, lässt ihm der Duc d’Anjou ausrichten, dass er gerne gegen ihn gespielt hat und lädt ihn zum Ball am heutigen Abend ein.

Duc d’Anjou: D’Arceuil, es war mir ein Vergnügen, gegen Euren jungen Freund zu spielen. Ich würde ihn in mein Gefolge aufnehmen, doch das hängt von Seiner Majestät ab. Ihr werdet natürlich heute Abend auf dem Ball sein.

 

Faverolles kehrt nach Haus zurück und steht jetzt vor der Qual der Wahl der richtigen Abendkleidung. Die Kleidung muss dem Rang der Person entsprechen und nur der kleinste Faux pas kann bei Hofe tödlich sein. La Perdrix hat verschiedene Kleidungsstücke beschafft und Faverolles muss nun das für ihn passende heraussuchen: 

 

König – Herzogin - Boisseuilh- Duc d’Arcueil – Wache – Schweizer – Page.

 

Die auf Faverolles zutreffende Kleidung ist die eines Edelmannes (D’Arceuil: 2. Kleidungsstück von links, dunkelblau)

Faverolles kleidet sich an, und wird von La Perdrix gebührend bewundert, wobei wieder einmal dessen Sprachprobleme deutlich werden: Meister, Ihr seht so edel pie ein Wrinz aus.

Faverolles: Na ja, eigentlich nicht.

La Perdrix: Nein, würdig wie ein Winister - ich meine ein Minister.

Faverolles: Ich geb’s auf. Räumt dies auf und Gute Nacht Euch.

 

 

Im den folgenden Filmsequenzen befindet sich Faverolles auf dem großen Ball bei Hofe.

 

Wie es der Sitte entsprach, fand an Sommerabenden der Ball im Hain de Rocailles statt. Die Herzogin de Bourgogne liebte den Tanz sehr und der König war so vernarrt in sie, dass er, der seit Jahren nicht mehr zu den Soirées in die königlichen Gemächer gekommen war, nun auf allen diesen Bällen erschien; nur um sich an dem Anblick der Prinzen in all ihrer Pracht zu erfreuen. Dies war Faverolles erster Ball und lachte ihm das Glück...

 

Die unterschiedlichsten Leute suchen seine Nähe und machen ihm Avancen. Ein Höfling bietet ihm seine Freundschaft an: Edler Herr, ich bewundere Euren Mut. Ihr verkündet laut, dass der Herzog d’Anjou der nächste König Spaniens wird. Und Ihr habt Recht, jeder hier wünscht es, aber keiner wagt es auszusprechen. Wollt Ihr meine Freundschaft annehmen?

Faverolles: Ich bin geehrt!

und auch Mademoiselle Prosperine sucht seine Nähe. Leider hat Faverolles keine Möglichkeit, sie über seine Absichten aufzuklären, da er von Mme de Maintenon beobachtet wird.

Prosperine: Monsieur, der Graf de Maillebois, den ich laut meiner Patentante heiraten sollte, ist gerade gestorben. Ich bin nun frei. Doch ich fürchte, sie wird mich zwingen, ins Kloster Sanssoeur einzutreten. Rettet mich, Monsieur! Sie beobachtet uns, ich muss gehen!

Der Duc d’Arcueil, der sich offensichtlich in Prosperine verliebt hat, bittet Faverolles um seine Unterstützung: Ich sah Euch mit Madame de Maintenons Schützling sprechen. Diese junge Dame macht mir Sorgen. Ich bin selbst überrascht, wie stark sie auf mich wirkt. Noch nie hat mich jemand so bezaubert. Ich sehe sie, ich erröte, ich erblasse, doch sie scheint mich zu meiden. Würdet Ihr ihr sagen, wie sehr ich sie bewundere? Auch der Duc d’Anjou hat bemerkt, wie sehr sich alle um Faverolles Gunst bemühen und schließt sich dem allgemeinen Bedürfnis an, Faverolles seine Zuneigung zu beweisen: Faverolles, Ihr wollt also mein Ritter sein? Ich spreche nicht nur vom Crocketspiel.

Faverolles: Monseigneur, ich würde für Eure Königliche Hoheit mein Leben opfern.

Da Madame de Maintenon jedoch ihre Spione ausgesandt hat, kann dieser so erfolgreiche Tag für Faverolles nur böse enden. Seine Gespräche werden belauscht, und schließlich verliert er Elviras Medaillon, dass in die falsche Hände – nämlich die eines Spions der Madame de Maintenon gelangt.

 

© Copyright Renate Pieper

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