1) Einleitung   6) Frühjahr 1700, 3. Tag
  2) Sommer 1699, 1. Tag   7) Frühjahr 1700, 4. Tag
  3) Sommer 1699, 2. Tag   8) Sommer 1700, 1. Tag
  4) Frühjahr 1700, 1. Tag   9) Sommer 1700, 2. Tag
  5) Frühjahr 1700, 2. Tag 10) Ende des Jahres 1700

 

 

Dort wird er bereits von La Perdrix erwartet, der ihm erneut seine Dienste anbietet. Alles, was Faverolles jedoch im Augenblick benötigt, ist ein Wasserbauingenieur. Angeblich kann ein Bruder von La Perdrix bei diesem Problem weiterhelfen.

La Perdrix: Wie Ihr gesehen habt, bin ich ein Hansdampf in allen Gassen, und werde Euch mit äußerster Indiskretion dienen – ich meine Diskretion! (Der Versprecher schildert die Gegebenheiten aufs beste!!)

Faverolles: Ich brauche augenblicklich einen Hydraulikingenieur!

La Perdrix: Ach tatsächlich, Monsieur? Mein Bruder ist Hydraulikingenieur, und er wird Euch nicht so gut dienen wie ich! 

Faverolles begibt sich in seine Wohnung, wo kurz darauf La Perdrix mit dem Essen erscheint: In diesem Fall, Monsieur, solltet Ihr ausnahmsweise mir gehorchen! Hier ist etwas zu essen und vergesst die Briefe.

Faverolles: Seid Ihr so diskret wie Ihr tut, La Perdrix? Diese Briefe waren nicht für Euch bestimmt – so viel weiß ich.

La Perdrix: Woher sollte ich das wissen, ohne sie gelesen zu haben. Monsieur De Boisseuilhh hat sie hierher bringen lassen.

Faverolles: Unverschämter Bursche, Ihr habt Glück, dass ich Hunger habe. Der spitzbübische Küchengehilfe hat sich offensichtlich nicht gescheut, alle seine privaten Briefe zu lesen. In diesem Augenblick schlägt die Standuhr 3 mal.

Faverolles liest zunächst Elviras Briefe, die er auf dem Tisch in seiner Wohnung vorfindet. (Briefe ins Inventar legen, dann auf das Sehen-Symbol im Inventar anwenden). Der erste Brief handelt von Elviras unerschütterlicher Liebe.

 

Mein Liebster, kommen die Briefe, die ich an Euren Vater sende, wohl unversehrt in jenem Königreich an, in dem ich Euch so fern von mir empfinde, der Ihr in meiner Seele wohnt? Unsere getreue Mercedes beschützt uns noch immer, wie sie es schon getan hat, als wir noch Kinder waren. Sie bringt mir Nachrichten über den Gesundheitszustand des Königs, und zwar mit Hilfe derselben geheimen Methode, mit der sie uns einst vor der Ankunft jenes Onkels warnte, der über unsere unschuldige Freundschaft stets so grimmig die Stirn runzelte. Was würde er nun sagen, wenn er wüsste, dass ich noch immer auf Euch warte, und dass weder Zeit noch Ferne die Eide aufheben konnten, die wir einander schworen? Ich will Euch auf jede Weise dienen: genauso, als wärt ihr bereits jetzt mein süßer Ehemann. 

Eure Euch liebende Elvira.

 

Elviras zweiter Brief beschäftigt sich mit den speziell spanischen Belangen. Wenn man Elvira Glauben schenken dar, begünstigen die Spanischen Granden nicht unbedingt den Österreichischen Kaiser. Noch weniger beliebt jedoch ist die französische Fraktion, der man vorwirft, im Bündnis mit England und Holland auf ein Teilungsabkommen hinzuarbeiten.

 

Mein Liebster, am Liebsten würde ich Euch nur von der Schönheit unseres Gartens schreiben, wo die Springbrunnen und die Bäume bei jedem Windhauch den Namen meines süßen Geliebten wispern. Doch die Intrigen im Palast, wo es von Feinden Eures Königs nur so wimmelt, zwingen mich, von Politik zu sprechen. Die Herrschenden wollen nicht all unsere Besitztümer aufgeteilt sehen, und sie setzen auch kein Vertrauen in den Kaiser. Doch der französische Flügel ist in einer sehr schwachen Position, da die Leute Euren König eines Bündnisses mit England und Holland beschuldigen und ihm vorwerfen, dass er um die Unterschrift des Kaisers buhlt! Ihr müsst verstehen, dass es die spanische Ehre unerträglich kränkt, wenn ein großer König schon vor seinem Tod Glied für Glied zerfetzt wird. Trotz Mercedes’ Drängen werde ich Madrid nicht verlassen, denn solange Ihr mich liebt, fürchte ich nichts auf der Welt; und wo sonst könnte ich Eure Briefe empfangen, die mir teurer als das Leben selbst sind? 

Eure Euch liebende Elvira.

 

 

Der dritte Brief hingegen befasst sich mit der Spanischen Thronfolge. Die Königin scheint alles daran zu setzen, dass der österreichische Erzherzog den spanischen Thron nach dem Tode Carlos II. besteigen kann. Des weiteren ist die Rede von der Abreise der Gräfin von Perlitz nach Wien, die Leopold I. zu überzeugen versucht, das Teilungsabkommen mit England und Holland nicht zu unterzeichnen.

 

Mein süßer Liebster,

Wie sehne ich mich danach, Euch neben mir zu spüren, damit ich meiner Leidenschaft die Worte verleihen könnte, die niederzuschreiben mir der Anstand verbietet. Und auch, damit Ihr mir Kraft verleihen könntet, denn beim Gedanken daran, dass im Palast die deutsche Partei immer mehr Macht gewinnt, bricht mir das Herz. Die Königin bietet all ihren Einfluss auf, damit der König sich zugunsten des Erzherzogs erklärt; unter dem Vorwand, dass die anderen drei Königreiche doch nur die Teilung wünschen. Die Gräfin von Perlitz ist unterwegs, um den Kaiser davon zu überzeugen, dass er das Abkommen nicht unterzeichnet; doch dazu muss sie erst seinen genauen Inhalt kennen und nach Wien bringen. Ich flehe Euch an, mein Liebster, tut alles, um dies zu verhindern, damit diese Ereignisse der Wiedervereinigung unser beider Seelen nicht im Wege stehen. Vergesst nie: ich bin und bleibe stets Eure Euch liebende Elvira.

 

Nachdem sich Faverolles eingehend mit den Briefen seiner Liebsten beschäftigt hat, wendet er sich der Nachricht zu, die ihm Mademoiselle Prosperine am Nachmittag zugesteckt hat:

 

Monsieur, nur weil ich glaube, dass ich die Sitten dieses Landes ein wenig besser kenne als Ihr, masse ich mir die Kühnheit an, Euch einen Rat geben zu wollen. Nämlich, haltet Euch vom Herzog d’Arcueil fern, um dessen Gunst Ihr offensichtlich buhlt, und schließt Euch, ebenso wie ich selbst, nur an diejenige Person an, die beim König das höchste Ansehen genießt. 

Eure demütige Dienerin Prospérine.

 

Nun ist es an der Zeit, zu dem vereinbarten Treffen mit dem Duc d’Arcueil in Enkelados zu gehen. Faverolles betritt den Hain und findet die Herren in einer Laube beim Kartenspiel vor.

Der Herzog hat gerade eine Pechsträhne und sieht sich dem Spott der anderen drei Herren, insbesondere dem des Marquis de Dangeau ausgesetzt. Der Duc d’Arcueil bittet Faverolles, für ihn zu spielen: Faverolles, nehmt meinen Platz ein. Die Götter sind gegen mich. Sie sprechen allein für die Jugend. Tilgt alle meine Schulden.

Wie könnte Faverolles ihm diesen Wunsch abschlagen, da doch d’Arcueil sein Fürsprecher bei Monsieur de Torcy sein soll. 

 

Lansquenet wird zu zweit oder zu mehreren Spielern mit 52 Karten gespielt. Jeder Spieler erhält eine Karte und schließt eine Wette auf die nächste Karte ab, worauf der Banker die restlichen Karten eine nach der anderen umdreht. Sobald eine Karte die gleiche Farbe und den gleichen Wert wie eine Spielerkarte aufweist, hat dieser gewonnen.

Faverolles spielt mit hohem Einsatz und erhöht von Spiel zu Spiel, bis das Spiel schließlich gewonnen ist. (auf Börse klicken – Einsatz erhöhen- auf gesetzten Einsatz klicken – Karte vom Stapel ziehen, etc.)

 

Innerhalb kürzester Zeit hat Faverolles das Spiel gewonnen und damit die Schulden des Duc D’Arceuil getilgt, der des Dankes voll ist und unserem jungen Helden seinen Einsatz erstattet: Ohne Euch wäre ich jetzt ruiniert und müsste den Hof verlassen. Nehmt dies an!

Faverolles: Edler Herzog, das kann ich nicht annehmen!

Duc d'Arcueil: Ihr beleidigt mich. Ich tue dies aus Freundschaft. 

Faverolles versucht nun noch einiges über Prosperine vom Herzog in Erfahrung zu bringen. Dieser jedoch warnt ihn vor einer Beziehung zu dieser Dame, die von Madame de Maintenon falsch verstanden werden könnte: Ich würde lieber mit Euch über Mademoiselle Prosperine sprechen.

Duc d'Arceuil:  Das Patenkind der Marquise de Maintenon. Ein wunderschönes Mädchen. Aber haltet Euch lieber von ihr fern. Die Marquise will sie mit dem alten Grafen Maillebois verheiraten, der seinen einzigen Sohn im Krieg verloren und keine Erben hat. Madame de Maintenon regiert hier wie eine Königin. Fallt Ihr bei ihr in Ungnade, kommt das Eurer Hinrichtung gleich. Dabei fällt mir ein, Bandol möchte die unterirdischen Passagen besuchen.

Bevor sich Faverolles um die Wünsche des Herzogs kümmert, begibt er sich zunächst einmal zum Arbre-de-Fer-Hain bzw. Marais-Hain (Sumpf), um den versprochenen Pass beim spanischen Botschafter abzuholen. Dort ist der gesamte Hofstaat versammelt. Castel dos Rios hat tatsächlich einen Pass beschafft, allerdings sieht er sich außerstande Faverolles diesen angesichts der gespannten politischen Lage auszuliefern:

Faverolles: Herr Botschafter, Elviras Briefe, die ich durch Boisseuilh erhielt, haben meinen Wunsch, aufzubrechen, mehr denn je angefacht.

Castel dos Rios: Ich habe Euren Pass. Doch Euer König sagte mir gerade, dass er meinem Regenten versprochen hat, niemanden nach Spanien einreisen zu lassen. Ihr seid des Königs Offizier. Ich kann ihn Euch nicht geben.

Enttäuscht verlässt Faverolles den Botschafter, um Prosperine im Ballsaal aufzusuchen.

Ein Filmsequenz zeigt, wie die Damen der Gesellschaft (Madame de Maintenon, die Herzogin von Bourgogne und ihr Gefolge wie auch Prosperine) das Gelände betreten, und der Schweizer Gardist anschließend die Pforte hinter ihnen verschließt. Faverolles hat die Schlüssel zum Tor zwar in der Tasche, sobald er jedoch versucht, sie zu benutzen, versperrt ihm die Wache den Weg. Vergeblich versucht Faverolles, den Gardisten mit guten Worten zu überreden, Prosperine ans Tor zu holen. Die Wache ist nur dazu bereit, dies zu tun, wenn Faverolles ihm den Namen des Lieblingsliedes der Dame nennt und ihm auch die Noten dazu liefert:

Was kann ich für Euch tun?

Faverolles: Gebt Mademoiselle Prosperine ein Zeichen. Sie wartet auf mich!

Schweizer: Das kann ich nicht. Aber falls Ihr ihr Lieblingslied kennt, werde ich es spielen und so ihre Aufmerksamkeit erregen!

Faverolles: Es ist ein ganz bekanntes Lied. Ich habe es oft gehört.

Schweizer: Bringt mir die Noten, und ich spiele es für Euch!

Dann wird er das Lied auf seiner Geige spielen, um so Prosperine zur Pforte zu holen. Faverolles erinnert sich, dass Prosperine, wann immer er sie traf, ein Lied vor sich hin summte. Wer könnte ihm in dieser Situation helfen? Plötzlich fällt ihm der betrunkene Hornist aus dem Gasthaus ein. Er eilt zur Herberge „Zum Pelikan“ und findet dort tatsächlich den Musiker vor, der wie immer ein wenig zu tief ins Glas geschaut hat. Der Mann hat drei Notenblätter vor sich auf dem Tisch liegen. Er wird die drei Lieder für Faverolles spielen, damit dieser das richtige Lied identifizieren kann, verlangt jedoch für jedes Lied 2 Livres.

Faverolles: Ich muß den Titel eines Liedes wissen.

Musiker: Ich kann Euch diese Musikstücke vorspielen. Vielleicht erkennt Ihr das Lied, das Ihr sucht. Das kostet 2 Livres pro Stück.

Faverolles reicht ihm ein ein Notenblatt, und der Musiker beginnt zu spielen.

Nun lässt sich Faverolles ein Lied nach dem anderen vorspielen, bis er schließlich Prosperines Lieblingslied erkennt.

 

Musiker: Ist das Euer Lied?

Faverolles: Ja, das ist es. Wie heißt das Lied?

Musiker: Es ist die Céremonie turque von Lully. (Notenblatt ganz rechts!)

 

 

Faverolles eilt zurück zum Marais-Hain, nennt der Schweizer Wache den Titel des Liedes und gibt dem Mann die Noten.

Schweizer: Also welches Lied?

Faverolles: Es ist die Céremonie turque, hier sind die Noten!

Schweizer: Ah, der große Lully, welch’ ein Genie! Er mag tot sein, doch seine Musik ist unsterblich.

Der Gardist spielt das Lied auf seiner Geige, woraufhin Prosperine an der Gittertür erscheint.

 

Sie ist äußerst angetan von Faverolles' Idee, ihre Aufmerksamkeit auf diese Weise zu erregen: Wie charmant von Euch, mein Lieblingslied spielen zu lassen, um auf Euch aufmerksam zu machen. Hier, nehmt Monsieur! Doch öffnet den Brief erst zu Hause und vor allem behaltet ihn nicht, verbrennt ihn! Ich verlasse Euch nur ungern!

 

Prosperine überreicht ihm einen Brief und ermahnt ihn, diesen erst zu Hause zu öffnen und nach dem Lesen sofort zu vernichten.

Faverolles kehrt nach Hause zurück und beschließt Prosperines Brief  („Notiz mit aufgebrochenem Siegel“) zu lesen: Jetzt bin ich zuhause und kann den Brief lesen, den Prosperine mir gab:

 

Der König hat einen Vertrag mit England und Holland unterzeichnet, um das spanische Königreich aufzuteilen. Weder das Kaiserreich noch Spanien dürfen davon erfahren. Das Abkommen ist geheim

 

Faverolles fragt sich, ob er Prosperines Rat folgen und den Brief verbrennen soll. Das Spiel stellt ihm für seine Entscheidung zwei Möglichkeiten zur Verfügung:

 

Nah... es sind unzählige Falsche Boten unterwegs. Warum sollte ich diesem glauben
Es wird nicht nötig sein. Ich muss die Fakten akzeptieren. Ihr werdet Seiner Majestät sagen, dass ich auf die Audienz verzichte. Was ich ihm sagen wollte, ist nicht mehr von Belang.

 

(Die zweite Anwort trifft vom Wortlaut her zwar nicht zu - Programmierfehler! - ist jedoch richtig)

Faverolles ist klar, das diese höchst brisante Nachricht, sollte sie in die falschen Hände geraten, wie Dynamit wirken könnte. Also wählt er die 2. Möglichkeit, greift zum Feuerzeug, das auf dem Tisch liegt und verbrennt  den Brief.

 

© Copyright Renate Pieper

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